Frikassee ist ein Gericht, das in der deutschen Küche eine lange Tradition hat und bis in die DDR-Zeit hinein eine besondere Bedeutung erlangte. Insbesondere Hühnerfrikassee und Eierfrikassee zählen zu den Klassikern, die nicht nur in der Schulspeisung, sondern auch in der Oma-Küche immer wieder auf den Tisch kamen. Diese Gerichte sind bis heute in vielen Haushalten ein fester Bestandteil, besonders wenn es um traditionelle Familienessen geht. In der DDR-Zeit war Frikassee ein praktisches, nahrhaftes und einfach zuzubereitendes Essen, das oft mit Dosenpilzen, Spargel aus dem Glas oder Mischgemüse veredelt wurde. In diesem Artikel werden wir uns detailliert mit den Rezepturen und Zubereitungsweisen der klassischen Frikassee-Rezepte beschäftigen, die in der DDR-Ära populär waren und bis heute in der Oma-Küche verfeinert werden.
Hühnerfrikassee – Das Klassische aus der DDR
Hühnerfrikassee war in der DDR-Zeit ein fester Bestandteil der Schulspeisung und der Haushaltsküche. Insbesondere in Zeiten knapper Ressourcen war dieses Gericht geschätzt, da es nahrhaft, einfach in der Zubereitung und mit gängigen Zutaten aus der Vorratskammer zusammenzustellen war. Die Rezepturen der damaligen Zeit zeichnen sich durch die Verwendung von Dosenpilzen, Spargel aus dem Glas, Mischgemüse und oft Kapern aus, die dem Gericht eine besondere Aromatik verliehen. Diese Kombination hat sich bis heute als „Oma-Geschmack“ etabliert.
Rezept für Hühnerfrikassee nach Oma-DDR-Art
Ein typisches Rezept für Hühnerfrikassee, wie es in der DDR-Zeit zubereitet wurde, sieht folgendermaßen aus:
Zutaten:
- 4 Hähnchenkeulen (oder ein Huhn)
- Salz
- 3 Lorbeerblätter
- 5 Pimentkörner
- 2 EL Butter
- 2 1/2 EL Mehl
- 1 Dose Champignons
- 1 Dose Mischgemüse
- 1 Glas Spargelstücke
- Zitronensaft
- Kapern (optional, wer sie nicht mag, kann sie weglassen)
Zubereitung:
- Das Hühnerfleisch in einem Topf mit Wasser, Salz, Lorbeerblättern und Pimentkörnern braten. Das Wasser zum Kochen bringen und das Fleisch ca. 20–30 Minuten köcheln lassen, bis es zart ist.
- In der Zwischenzeit die Champignons, das Mischgemüse, die Spargelstücke und Kapern (falls verwendet) vorbereiten.
- Die Butter in einer Pfanne erhitzen und das Mehl darin kurz anschwitzen (Mehlschwitze).
- Nachdem das Fleisch gegart ist, dieses aus dem Topf nehmen und in Stücke schneiden.
- Die Mehl-Mehlschwitze mit etwas Brühe vom gekochten Huhn ablöschen und in den Topf zum Fleisch geben.
- Die vorgekochten Pilze, Gemüse und Spargelstücke hinzufügen und alles gut vermengen.
- Mit Zitronensaft abschmecken und eventuell Salz nach Wunsch nachwürzen.
- Das Gericht warm servieren.
Beilagen:
Zum Hühnerfrikassee passen verschiedene Beilagen, die den Geschmack des Gerichts ergänzen oder abrunden. Die gängigsten Optionen sind:
- Reis: Ein cremiger Frikassee mit Reis ergibt ein sättigendes Gericht.
- Weißbrot: Ein Stück Weißbrot eignet sich besonders gut, da es in die Soße getunkt werden kann.
- Nudeln oder Kartoffeln: Obwohl nicht jeder mit diesen Beilagen gut zurecht kommt, sind sie eine gute Alternative.
- Hackfleischbällchen: In einigen Rezepten werden Hackbällchen hinzugefügt, was die Nahrungskette abrundet.
Die Servierung kann individuell nach Geschmack und Saison gestaltet werden. So kann im Frühling frischer Spargel und im Herbst getrockene Pilze verwendet werden.
Eierfrikassee – Ein weiterer Klassiker aus der DDR
Neben Hühnerfrikassee war Eierfrikassee in der DDR-Zeit besonders in der Schulspeisung und bei Kindern beliebt. Es war ein Gericht, das oft mit Dosenmischgemüse, Champignons und Zitronensaft oder alternativ Senf veredelt wurde. Eierfrikassee war nicht nur nahrhaft, sondern auch einfach in der Zubereitung, was es in der DDR-Zeit besonders wertvoll machte.
Rezept für Eierfrikassee nach Oma-DDR-Art
Zutaten:
- 4–6 Eier
- 1 Zwiebel (gelb, Schalotte oder rote Zwiebel)
- 2 EL Butter
- 2 1/2 EL Mehl
- 200 ml Milch (1,5 % Fett, Vollmilch oder Sahne)
- 1 Dose Mischgemüse (TK-Variante ist ebenfalls möglich)
- Saft einer Zitrone (oder alternativ Senf)
- Salz und Zucker zum Abschmecken
- Gemüsebrühe (alternativ Hühnerbrühe oder Fond)
Zubereitung:
- Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in Butter anschwitzen.
- Die Mehlschwitze darin kurz mit anschwitzen.
- Etwas Brühe hinzufügen, um die Mehlschwitze abzulösen, und das Gemüse hinzugeben.
- Die Eier schlagen und in eine separate Schüssel geben.
- Die Milch mit Zitronensaft oder Senf vermengen und zum Gemüse hinzugeben.
- Das Ei-Milch-Gemisch langsam in die Soße einfließen lassen und gut umrühren, bis die Eier sich in der Soße verklumpen.
- Mit Salz und Zucker abschmecken.
- Das Eierfrikassee heiß servieren, am besten mit Weißbrot oder Reis.
Alternative Zutaten:
- Mischgemüse: Alternativ kann auch frisches oder gefrorenes Gemüse verwendet werden.
- Senf statt Zitronensaft: Einige Rezepte bevorzugen Senf anstelle von Zitronensaft.
- Pilze: Champignons können frisch, aus der Dose oder gefroren verwendet werden.
- Hackfleischbällchen: In einigen Rezepten werden Hackbällchen hinzugefügt.
Kulturhistorische Bedeutung des Frikassees in der DDR
In der DDR-Zeit war Frikassee mehr als nur ein Gericht – es war ein fester Bestandteil der Schulspeisung, aber auch in Familienkochkunst ein Klassiker. Viele Menschen erinnern sich heute noch mit Nostalgie an Omas Hühnerfrikassee, das oft mit Hackbällchen und reichlich Spargel serviert wurde. Es war ein Gericht, das sowohl nahrhaft als auch einfach in der Zubereitung war, was es besonders in Zeiten knapper Ressourcen wertvoll machte.
Die Rezepturen, die in der DDR-Zeit verbreitet waren, standen oft unter dem Einfluss der damaligen Verhältnisse. Frische Zutaten waren nicht immer verfügbar, weshalb Dosenprodukte wie Pilze, Spargel und Mischgemüse oft als Ersatz genutzt wurden. Diese Kombination verlieh dem Gericht eine besondere Aromatik, die sich bis heute in vielen Haushalten als „Oma-Geschmack“ etabliert hat.
Frikassee heute – Ein zeitloses Gericht
Klassisches Hühnerfrikassee ist ein Gericht, das durch seine cremige Soße, zartes Fleisch und aromatische Einlagen seit Jahrzehnten in deutschen Haushalten beliebt ist. Es vereint französische Wurzeln mit regionalen Einflüssen und bietet eine Vielzahl an Zubereitungsmöglichkeiten. Ob mit Dosenpilzen, Hackbällchen oder frischem Spargel – das Frikassee ist ein Gericht, das sowohl traditionell als auch modern interpretiert werden kann.
In der heutigen Zeit ist Frikassee nicht nur in der DDR-Region populär, sondern hat sich in ganz Deutschland etabliert. Es wird oft als Familienessen zubereitet und bleibt trotz der modernen Kochkunst ein Klassiker. Die Flexibilität des Gerichts erlaubt es, es mit verschiedenen Zutaten zu veredeln, je nach Saison und Verfügbarkeit.
Schlussfolgerung
Frikassee, insbesondere Hühnerfrikassee und Eierfrikassee, ist ein Klassiker der deutschen Küche, der sich sowohl in der DDR-Ära als auch heute in vielen Familienkochrezepten wiederfindet. Es ist ein nahrhaftes Gericht mit Hühnerfleisch, Gemüse und einer cremigen Sahnesauce. Die Zubereitung ist relativ einfach, und die Zutaten sind in der Regel leicht zu beschaffen. Je nach Rezept und Region kann das Gericht mit verschiedenen Gemüsesorten, wie Spargel, Champignons und Erbsen, verfeinert werden. In einigen Rezepten werden Kapern hinzugefügt, um den Geschmack zu unterstreichen. Hühnerfrikassee passt gut zu Reis, Weißbrot oder Kartoffeln und ist ein Gericht, das sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen beliebt ist. Es ist ein Beispiel dafür, wie traditionelle Rezepte bis heute Bestand haben und weitergegeben werden.