Grießnockerl sind ein Klassiker der österreichischen und süddeutschen Küche und gelten sowohl als Suppeneinlage als auch als Dessert. Sie sind luftig, zart und können nach Wunsch süß oder herzhaft zubereitet werden. Ein entscheidender Faktor für das richtige Ergebnis ist die Wahl des Grießes: Hartweizengrieß ist ideal, da er Formstabilität und die gewünschte Konsistenz garantiert. Dieser Artikel erklärt die Zubereitung von Grießnockerl mit Hartweizengrieß, gibt Tipps zur Lagerung und stellt verschiedene Rezeptvarianten vor, darunter auch süße sowie pikante Anwendungen.
Grundlagen des Grießes: Hartweizengrieß versus Weichweizengrieß
Die Wahl des richtigen Grießes ist von großer Bedeutung für die Qualität der Grießnockerl. Hartweizengrieß, auch als Goldgrieß bezeichnet, ist die bevorzugte Variante für Nockerl, da er körnig bleibt und Formstabilität bietet. Weichweizengrieß hingegen ist cremiger und eignet sich besser für Brei oder Puddings.
Hartweizengrieß ist in vielen Supermärkten neben Mehl und in der Babynahrung Abteilung erhältlich. Er ist oft in der Form von groben Partikeln verpackt und aufgrund seiner Struktur besonders geeignet, um luftige und fluffige Nockerl herzustellen. Weichweizengrieß hingegen würde die Nockerl zu weich und formlos werden lassen, was für die traditionelle Zubereitung nicht gewünscht ist.
Rezept für Grießnockerl mit Hartweizengrieß
Ein klassisches Rezept für Grießnockerl erfordert folgende Zutaten:
- 250 g Hartweizengrieß
- 125 g Butter (Zimmertemperatur)
- 2 Eier
- 1 TL Salz
- 1 Prise Muskatnuss
- 1 Prise Pfeffer
- Optional: Schnittlauch zum Servieren
Zubereitung:
- Butter schlagen: Die Butter mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss schlagen, bis die Masse weich und weiß ist.
- Eier trennen: Die Eier trennen. Die Eigelbe werden zur Buttercreme hinzugefügt und gut untergerührt.
- Eischnee aufschlagen: Die Eiweiße mit einer Prise Salz aufschlagen.
- Grieß unterheben: Den Hartweizengrieß in mehreren Schüben vorsichtig unter die Masse heben.
- Nockerl formen: Die Masse mit zwei Löffeln zu kleinen Klößchen formen.
- Köcheln und ziehen lassen: Die Nockerl in köchelndem Wasser oder Brühe kochen und anschließend den Topf vom Herd nehmen. Die Nockerl werden noch etwa 5–10 Minuten zugedeckt ziehen gelassen, damit sie durchgehärten.
- Servieren: Die Grießnockerl mit einer Suppe oder Salzwasser servieren. Optional kann Schnittlauch oder Petersilie hinzugefügt werden.
Nährwerte (pro Portion, 2 Nockerl, ohne Suppe):
- Kalorien: ca. 200 kcal
- Fett: ca. 10 g
- Kohlenhydrate: ca. 15 g
- Eiweiß: ca. 5 g
Tipps zur Zubereitung
- Kochzeit beeinflusst Konsistenz: Die Nockerl können weicher oder fester werden, je nachdem, wie lange sie kochen und ziehen gelassen werden. Längere Kochzeit führt zu weicheren Nockerln.
- Quellzeit der Masse: Es ist wichtig, dass die Grießmasse vor dem Formen der Nockerl ruht. In einigen Rezepten wird empfohlen, die Masse 30 bis 60 Minuten quellen zu lassen, damit sich der Grieß optimal aufquillt.
- Nockerl nicht in der Brühe kochen: Um die Brühe nicht zu trüb zu machen, sollten die Nockerl nicht direkt in der Brühe gekocht werden. Sie sollten in Salzwasser oder leicht gesalzenem Wasser gekocht werden und dann in die Suppe übertragen werden.
Variationen der Grießnockerl
Grießnockerl können nach Wunsch auch süß oder herzhaft zubereitet werden. In den Quellen werden verschiedene Rezeptvarianten beschrieben, die je nach Geschmack und Anlass angepasst werden können.
Süße Grießnockerl mit Mohn und Apfelmus
Ein besonderes Rezept für süße Grießnockerl stammt von Lucas Huemer, einem renommierten Koch. Es verwendet die folgenden Zutaten:
- 100 g Butter
- 80 g Zucker
- Zimt und Vanille nach Geschmack
- Eine Prise Salz
- 250 g Hartweizengrieß
- 3 Eier
- Mohn-Zucker-Mischung oder Semmelbrösel zum Wälzen
- 1 kg Äpfel für frisches Apfelmus
Zubereitung:
- Butter schmelzen: Die Butter langsam erhitzen und Zucker, Gewürze und Salz hinzufügen.
- Grieß einrühren: 200 g Hartweizengrieß hinzugeben und rühren, bis die Masse eindickt und der Grieß aufgequollen ist.
- Abkühlen lassen: Die Masse abkühlen lassen und mit dem restlichen Grieß und den Eiern verquirlen, bis ein glatter Teig entsteht.
- Formen und kochen: Aus der Masse kleine Klöße formen oder direkt in kochendes Wasser streifen. Die Nockerl 10–15 Minuten köcheln lassen.
- Servieren: Die süßen Grießnockerl können mit Apfelmus serviert werden. Alternativ können sie in eine Mohn-Zucker-Mischung oder Semmelbrösel gewälzt werden.
Pikante Grießnockerl in Rindssuppe
Ein weiteres Rezept beschreibt die Zubereitung von pikanten Grießnockerl in Rindssuppe. Hierbei wird Hartweizengrieß mit Butter, Eiern und Gewürzen vermischt. Die Nockerl werden in kochendem Wasser gekocht und anschließend in Rindssuppe serviert. Ein besonderes Rezept von Marie von Rokitansky beschreibt die Zubereitung von Holzknecht-Nockerln, die nach dem Kochen in Rinderschmalz geröstet werden. Diese Nockerl haben eine herzhafte Note und eignen sich gut als Beilage.
Lagerung und Einfrieren von Grießnockerl
Grießnockerl lassen sich gut einfrieren und eignen sich somit als Vorratsaufnahme. Um die Nockerl zu lagern, empfiehlt es sich, sie in eine luftdichte Verpackung zu geben und innerhalb von 3 Monaten zu verbrauchen. Zudem können die Nockerl am nächsten Tag noch gegessen werden, sofern sie im Kühlschrank aufbewahrt werden und innerhalb von 4–5 Tagen verzehrt werden.
Tipps zur Lagerung:
- Einfrieren: Grießnockerl vor dem Kochen oder nach dem Kochen einfrieren.
- Kühlung: Die Nockerl sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden, wenn sie nicht sofort verzehrt werden.
- Portionierung: Es ist sinnvoll, die Nockerl bereits portioniert zu einfrieren, damit sie beim späteren Verzehr nicht zusammenkleben.
Grießnockerl in der heimischen Küche
Grießnockerl sind eine vielseitige Einlage in der österreichischen und süddeutschen Küche. Sie können süß oder pikant zubereitet werden und eignen sich sowohl als Dessert als auch als Suppeneinlage. Die Zubereitung erfordert Geschick und Kenntnis der richtigen Zutaten. Hartweizengrieß ist ideal für Nockerl, da er körnig bleibt und Formstabilität bietet. Grießnockerl lassen sich gut einfrieren und eignen sich somit als Vorratsaufnahme. Sie haben eine lange Tradition und werden oft in der Familie überliefert.
Schlussfolgerung
Grießnockerl sind ein Klassiker der traditionellen Küche, der sowohl mit Hartweizengrieß als auch mit Weichweizengrieß zubereitet werden kann. Der Hartweizengrieß ist jedoch der bevorzugte Grieß, da er die gewünschte Konsistenz und Formstabilität garantiert. Die Zubereitung ist einfach und erfordert nur wenige Zutaten. Mit verschiedenen Rezepten und Zubereitungsmethoden können Grießnockerl individuell angepasst werden, um den eigenen Geschmack zu treffen. Ob süß oder pikant – Grießnockerl sind eine leckere Einlage, die sich sowohl als Dessert als auch als Suppeneinlage eignet.