Das Originalrezept der Frankfurter Grünen Soße – Tradition, Zutaten und Zubereitung

Die Frankfurter Grüne Soße ist eine kulinarische Spezialität mit einer langen Tradition, die eng mit der Region Frankfurt am Main verbunden ist. Sie ist nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern auch ein Symbol für regionalen Stolz und kulturelle Identität. Die Soße wird aus sieben frischen Kräutern zubereitet und traditionell zu Kartoffeln oder anderen Beilagen serviert. Im Folgenden werden die historischen Hintergründe, die Zutaten, die Zubereitungsweisen sowie Tipps und Empfehlungen für die Herstellung der Soße detailliert beschrieben.

Ursprung und Geschichte der Frankfurter Grünen Soße

Die Frankfurter Grüne Soße, auch als „Grie Soß“ bekannt, hat eine reiche Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Laut Überlieferung brachten römische Legionäre die Idee einer grünen Kräutersauce aus dem Vorderen Orient mit in die heutige Region Deutschlands. Im 18. Jahrhundert ist es wahrscheinlich, dass Hugenotten, französische Flüchtlinge, die in Hessen sesshaft wurden, das Rezept nach Deutschland brachten.

Die italienische Variante der grünen Soße, bekannt als Salsa verde, wurde angepasst, um den lokalen Verhältnissen und den verfügbaren Kräutern in der Region Frankfurt gerecht zu werden. So entstand die unverwechselbare Grie Soß, die sich durch ihre Kombination aus sieben spezifischen Kräutern und ihrer säuerlichen Basis auszeichnet.

Ein historisch bedeutendes Rezept stammt aus dem Jahr 1860, als Wilhelmine Rührig in der zweiten Auflage ihres „Praktischen Frankfurter Kochbuchs“ eine Variante der Grünen Soße beschreibt. In dieser frühesten schriftlichen Formulierung wird die Soße aus einem hartgekochten Eigelb, Salatöl, Senf, Essig und fein gehackten Kräutern zubereitet.

Die sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße

Ein entscheidendes Kriterium für das Originalrezept der Frankfurter Grünen Soße ist die Verwendung von genau sieben Kräutern. Diese sind:

  1. Borretsch (auch als Boretsch, Kukumerkraut oder Gurkenkraut bekannt)
  2. Kerbel
  3. Kresse
  4. Petersilie
  5. Pimpinelle (auch als Majoran oder Pfefferminze bezeichnet)
  6. Sauerampfer (auch als Sauerkohl oder Sauerkraut bezeichnet)
  7. Schnittlauch

Die Kräuter müssen frisch sein, da sie das volle Aroma der Soße entfalten. In der Region Frankfurt und Hessen sind diese Kräutermischungen ab dem Frühling bis in den Sommer hinein im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen erhältlich. Für diejenigen, die außerhalb der Region leben, ist es ebenfalls möglich, die Kräutermischung online zu bestellen. Einige Quellen erwähnen auch, dass TK-Kräuter verwendet werden können, jedoch sei der Geschmack der Soße mit frischen Kräutern deutlich intensiver und aromatischer.

Die Herkunft der Kräuter ist für ein authentisches Rezept ebenfalls von Bedeutung. Laut einer Verordnung von 2016 darf sich eine Soße als „Original Frankfurter Grie Soß“ bezeichnen, wenn die Kräuter zu mindestens 80 % aus der Region um Frankfurt stammen. Diese Regelung ähnelt der für geografisch geschützte Produkte wie den Champagner.

Die Grundzutaten der Soße

Neben den sieben Kräutern bilden folgende Zutaten die Basis der Frankfurter Grünen Soße:

  • Saure Sahne oder Sauerrahm
  • Schmand oder Joghurt
  • Scharfer Senf
  • Gewürzgurkenwasser
  • Salz, Pfeffer
  • Zucker
  • Hartgekochte Eier (optional)

Diese Zutaten sorgen für die charakteristische säuerlich-frische Note der Soße. Die Kombination aus saurer Sahne, Schmand und Senf verleiht der Soße ihre cremige Konsistenz, während die Kräuter das Aroma bestimmen.

Zubereitung der Frankfurter Grünen Soße

Die Zubereitung der Soße ist relativ einfach, erfordert jedoch etwas Aufmerksamkeit, um das volle Aroma zu entfalten. Im Folgenden sind mehrere Rezeptvarianten beschrieben, die sich in der Vorgehensweise oder in den Zutaten geringfügig unterscheiden können.

Grundrezept

Zutaten

  • 1 Bund der 7 Kräuter (frisch)
  • 200 g saure Sahne
  • 200 g Schmand
  • 1 EL scharfer Senf
  • 2–3 EL Gewürzgurkenwasser
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1–2 hartgekochte Eier pro Person

Anleitung

  1. Die Kräuter gründlich waschen, zupfen und fein hacken. Es wird empfohlen, sie mit einem Wiegemesser zu schneiden, um eine gleichmäßige Konsistenz zu erzielen.
  2. In einer Schüssel die saure Sahne mit Schmand, Senf und Gewürzgurkenwasser verrühren.
  3. Salz, Pfeffer und Zucker hinzugeben und abschmecken.
  4. Die gehackten Kräuter unterrühren.
  5. Die Soße kalt stellen und etwa 1–2 Stunden ziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten.
  6. Optional können hartgekochte Eier fein gewürfelt und untergerührt werden.

Variante mit Joghurt

In einer weiteren Variante wird Joghurt statt Schmand verwendet. Dies ändert die Konsistenz der Soße leicht, macht sie jedoch nicht minder aromatisch.

Variante mit Eiern

Einige Rezepte empfehlen, die hartgekochten Eier nicht unter die Soße zu rühren, sondern separat zu servieren. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn nicht alle Tischgäste Eier essen.

Tipps und Empfehlungen

Die Zubereitung der Frankfurter Grünen Soße kann individuell angepasst werden, um den persönlichen Vorlieben oder der Saison Rechnung zu tragen. Im Folgenden sind einige Empfehlungen zusammengestellt:

  • Vorbereitung: Die Soße kann bereits einen Tag vor dem Verzehr zubereitet werden, damit sie im Kühlschrank durchziehen kann.
  • Beilagen: Traditionell wird die Soße zu Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln serviert. Sie passt jedoch auch zu Spargel, Tafelspitz, Lachs oder kaltem Braten.
  • Temperatur: Da die Soße kalt gegessen wird, ist sie besonders bei warmen Tagen eine erfrischende Alternative.
  • Konsistenz: Die fein gehackten Kräuter verleihen der Soße ihre typische grüne Farbe und die cremige Konsistenz. Es wird empfohlen, die Kräuter nicht in der Küchenmaschine zu verarbeiten, da sie sonst zu sehr zerquetscht werden und die Konsistenz leidet.
  • Aromabalance: Die Soße sollte gut abschmecken werden. Wer eine säurere Note bevorzugt, kann etwas mehr Senf oder Gewürzgurkenwasser hinzufügen. Bei einer milderen Variante kann die Menge an Zucker erhöht werden.

Die Saison der Frankfurter Grünen Soße

Die Saison der Frankfurter Grünen Soße beginnt traditionell am Gründonnerstag und endet mit dem ersten Frost. Dies liegt daran, dass die Soße vor allem im Frühling und Sommer, wenn die Kräuter frisch und in großer Menge erhältlich sind, serviert wird. Für viele ist sie ein typisches Frühjahrsgericht, das symbolisch für den Beginn der warmen Jahreszeit steht.

Quellen

  1. Madame Cuisine – Frankfurter Grüne Sosse/Grie Soss
  2. Familienkost – Rezept Frankfurter Grüne Sauce
  3. Thomas Sixt – Rezept Frankfurter Grüne Soße
  4. Gärtnerei Nothnagel – Rezepte für Grüne Soße
  5. Chefsculinar – Frankfurter Grüne Soße

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