Die Sendereihe besseresser des ZDF, moderiert von Sebastian Lege, beleuchtet seit mehreren Jahren die Zusammensetzung von industriell hergestellten Lebensmitteln. Neben der Kritik an Lebensmitteltricks bietet die Sendung auch Einblicke in authentische Rezepte und traditionelle Kochmethoden. In Staffel 11, die am 13. August 2024 begonnen hat, konzentrierte sich die erste Folge unter anderem auf Toastbrot, Quetschbeutel, Mortadella und vegane Sahne. Der Fokus lag dabei auf der Analyse der industriellen Produktionsmethoden und der Untersuchung, wie diese oftmals durch billige Zusatzstoffe und geringe Mengen an natürlichen Zutaten arbeiten. In diesem Artikel werden die Kritikpunkte an industriellen Lebensmitteln sowie die Vorteile traditioneller Kochkunst näher erläutert.
Kritik an industriellen Lebensmitteln
Die Lebensmittelindustrie nutzt, wie in den besseresser-Folgen gezeigt, oft Gesetzeslücken und kostensparende Verfahren, um maximale Gewinne zu erzielen. Ein Beispiel dafür ist das Toastbrot, das in Deutschland sehr beliebt ist. Die industrielle Produktion verwendet oft Zusatzstoffe, Backtriebmittel und ein maschinelles Backverfahren, um Brot mit möglichst viel Luft und minimaler Wareneinsatz herzustellen. Dies führt dazu, dass das Brot optisch ansprechend und billig im Verkauf erscheint, aber die Qualität der Zutaten leidet. Sebastian Lege betont, dass die Luft in Toastbrot durch spezielle Verfahren eingebracht wird, um das Volumen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Diese Praktiken werfen die Frage auf, ob die Verbraucher tatsächlich das Produkt erhalten, das sie erwarten.
Ein weiteres Beispiel ist Mortadella, ein italienisches Feinkostprodukt, das es in verschiedenen Billigvarianten gibt. Die Preisunterschiede zum Originalprodukt sind groß, was Verbraucherschützer alarmiert. Die Billigvarianten enthalten oft weniger hochwertige Zutaten und weisen weniger Aromen auf. Sebastian Lege analysiert solche Produkte und zeigt, wie sie oft durch Zusatzstoffe und Füllstoffe hergestellt werden, um den Konsumenten den Eindruck zu vermitteln, dass sie ein Premiumprodukt erhalten.
Authentische Kochkunst und traditionelle Rezepte
Im Gegensatz zu industriell hergestellten Produkten bietet besseresser auch Einblicke in traditionelle Kochmethoden. In einer Folge bereitet Sebastian Lege gemeinsam mit seiner Mutter Ute Lege ein klassisches Hühnerfrikassee zu. Im Gegensatz zur industriellen Variante, die oft Milchpulver und Bindemittel verwendet, enthält das Rezept von Ute Lege reichlich frisches Huhn, frische Sahne und andere natürliche Zutaten. Der Vorteil traditioneller Kochmethoden liegt in der Qualität der Zutaten und dem fehlenden Einsatz von chemischen Zusatzstoffen. Zudem ist die Zeit, die in die Herstellung investiert wird, ein entscheidender Faktor für das Aroma und die Konsistenz des Gerichts.
Ein weiteres Beispiel ist die Mousse au Chocolat, bei der Sebastian Lege das Originalrezept eines renommierten Chocolatiers in Frankreich kennenlernt. Das Rezept besteht aus wenigen, aber hochwertigen Zutaten, und die Herstellung erfordert viel Zeit und Handwerkskunst. Im Gegensatz dazu wird die Mousse au Chocolat in der Gastronomie oft als Fertigprodukt eingekauft, was aufgrund des Fachkräftemangels immer häufiger der Fall ist. Dies zeigt, dass industrielle Fertigprodukte zwar praktisch sind, aber den Geschmack und die Qualität traditioneller Kochkunst oft nicht erreichen.
Kritik an besseresser und die Verantwortung des ZDF
Trotz der wertvollen Einblicke in industrielle Lebensmittelpraktiken gibt es auch Kritik an der Sendung besseresser. In einer Kritik im Kaisergranat-Blog wird beispielsweise die Sendung über Toastbrot kritisch geprüft. Es wird festgestellt, dass die Sendung aufgrund von Ungenauigkeiten, Halbwahrheiten und Unterstellungen in Frage gestellt wird. Zudem wird gefragt, ob das ZDF seiner Verantwortung für seriösen Verbraucherjournalismus gegenüber seinem Millionen-Publikum gerecht wird. Die Kritik zielt darauf ab, dass die Sendung, obwohl sie inhaltlich interessant ist, nicht immer objektiv oder faktenbasiert bleibt.
Die Quoten der besseresser-Folgen sprechen jedoch für sich. So erreichte die Folge über Toastbrot 580.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 16,1 Prozent. Dies zeigt, dass die Sendung unter dem Label „Dokutainment“ (Dokumentation und Unterhaltung) bei den Zuschauern gut ankommt. Dennoch ist es wichtig, dass die Sendung in Zukunft transparenter und faktenbasiert bleibt, um den hohen Erwartungen der Zuschauer gerecht zu werden.
Rezepte aus der Sendung
Eine der Stärken von besseresser ist es, dass es nicht nur auf die Kritik an industriellen Lebensmitteln fokussiert, sondern auch authentische Rezepte präsentiert. Im Folgenden wird ein Rezept vorgestellt, das aus einer besseresser-Folge stammt und von Sebastian Lege und seiner Mutter Ute Lege zubereitet wurde:
Hühnerfrikassee nach dem Rezept von Ute Lege
Zutaten:
- 1 Hähnchen (ca. 1,5 kg)
- 2 Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 200 g Sahne
- 200 g Butter
- 100 g Mehl
- 2 Lorbeerblätter
- 10 Pfefferkörner
- Salz
- Pfeffer
- 200 ml Weißwein
- 100 g frische Petersilie
Zubereitung:
- Zuerst wird das Hähnchen in mundgerechte Stücke geschnitten. In einer großen Pfanne mit etwas Butter werden die Hähnchenstücke auf beiden Seiten angebraten.
- In der Zwischenzeit werden die Zwiebeln und Knoblauchzehen in feine Würfel geschnitten und in der gleichen Pfanne angebraten. Danach werden die Gewürze hinzugefügt.
- Der Weißwein wird angemisst, um die Bratensreste aufzulösen. Danach wird Wasser zugelüft, um die Sauce aufzurühren.
- In einer separaten Schüssel wird Mehl in Sahne vermischt und langsam in die Pfanne gekippt, um die Sauce zu binden.
- Die Sauce wird für etwa 10 Minuten köcheln gelassen. Danach wird die Petersilie fein gehackt und hinzugefügt.
- Schließlich wird das Hähnchen in die Sauce zurückgegeben und für weitere 15 Minuten gegart.
- Vor dem Servieren wird das Gericht mit Salz und Pfeffer nach Geschmack abgeschmeckt.
Dieses Rezept zeigt, wie viel Zeit und Liebe in die Herstellung eines klassischen Gerichts investiert werden muss. Im Gegensatz zu industriellen Fertigprodukten, die oft durch Milchpulver und Bindemittel arbeiten, enthält das Rezept von Ute Lege reichlich frische Zutaten und keine chemischen Zusatzstoffe.
Die Rolle von Sebastian Lege in der Sendung
Sebastian Lege ist ein renommierter Produktentwickler, der in der Sendung besseresser seine Expertise einbringt. Er analysiert nicht nur industriell hergestellte Lebensmittel, sondern zeigt auch, wie man diese Produkte selbst herstellen kann. In einer Folge baut er beispielsweise die Limonade Fanta nach und erklärt, wie die Coca-Cola Company durch das Herstellen von Sirup und die anschließende Abfüllung in Flaschen und Dosen Kosteneinsparungen erzielt. Zudem zeigt er, dass Fanta in Deutschland nur drei Prozent Orangensaft enthält, obwohl es mit „fruchtigem Orangengeschmack“ beworben wird.
Ein weiteres Beispiel ist die Analyse von Tic Tac. Sebastian Lege betont, dass Tic Tac zwar den Atem erfrischen soll, aber in Wirklichkeit Mundgeruch verstärken kann. Zudem enthält das Produkt viel Zucker und ist kein reines Fruchtbonbon, wie der Name vermuten lässt. Diese Kritik zeigt, dass auch scheinbar harmlose Produkte oft durch Zusatzstoffe und Marketingstrategien verändert werden.
Fazit
Die Sendereihe besseresser bietet einen wertvollen Einblick in die Zusammensetzung von industriell hergestellten Lebensmitteln. Sie macht aufmerksam auf die Praktiken der Lebensmittelindustrie und zeigt, wie Verbraucher oft getäuscht werden. Gleichzeitig bietet die Sendung auch Einblicke in authentische Kochmethoden und traditionelle Rezepte, die eine Alternative zu industriellen Fertigprodukten darstellen. Obwohl die Sendung in der Vergangenheit Kritik hinsichtlich der Objektivität und Faktenbasis erhalten hat, bleibt sie aufgrund ihrer hohen Quoten und informativen Inhalte eine wichtige Quelle für Verbraucher.