E-Rezept-Störungen: Ursachen, Auswirkungen und Empfehlungen

Am Mittwochmorgen kam es in Deutschland erneut zu einer Störung des E-Rezept-Systems, wodurch sowohl Arztpraxen als auch Apotheken zeitweise nicht in der Lage waren, elektronische Rezepte zu erstellen oder einzulösen. Laut der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (Gematik), die für die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland zuständig ist, wurde die Störung bis etwa 14 Uhr behoben. Allerdings gab es in der Folge erneut Probleme, die sich erstmals erheblich auf die Patientenversorgung auswirkten.

Ursachen der Störung

Die Störung betraf unter anderem die SMC-B- und HBA-Karten, die von Medisign bereitgestellt werden. Die SMC-B-Karte ist der digitale „Ausweis“ einer Arztpraxis oder Apotheke und sorgt für eine sichere Verbindung zum Gesundheitssystem. Die HBA-Karte hingegen ist der persönliche „Ausweis“ des Arztes und wird verwendet, um E-Rezepte offiziell zu unterschreiben und sie damit gültig zu machen.

Laut der Gematik wurden sowohl das Ausstellen durch Ärzte als auch das Einlösen in Apotheken beeinträchtigt. Zudem war das Einlesen von Gesundheitskartendaten, der Versand von Nachrichten über das KIM-System (Kassenärztliche Vereinigung Informationssystem) und die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) betroffen. Eine konkrete Ursache für die Störung wurde nicht genannt. Die Gematik betonte jedoch, dass es sich nicht um eine flächendeckende Störung handelte, sondern um Probleme, die auf Komponenten oder Dienste zurückzuführen sind, die von unterschiedlichen Herstellern betrieben werden.

Auswirkungen auf Arztpraxen und Apotheken

Die Störung führte zu erheblichen Einschränkungen sowohl in Arztpraxen als auch in Apotheken. In einigen Fällen konnten E-Rezepte nicht erstellt oder eingelöst werden, was den Patientenversorgungsprozess behinderte. Insbesondere vor dem Wochenende, als viele Arztpraxen bereits geschlossen hatten, entstanden zusätzliche Schwierigkeiten. Betroffene Apotheken berichteten, dass sie Kund:innen nicht versorgen konnten, da die E-Rezepte nicht abrufbar waren und es keine Möglichkeit gab, auf Papierrezepte auszuweichen.

Laut einem Bericht, der auf der Website der Gematik veröffentlicht wurde, wurde die Störung bis etwa 18:30 Uhr behoben. Dennoch blieben einige Apotheken weiterhin betroffen, was zu erheblichen Engpässen führte. In diesen Fällen blieb für Patient:innen nur die Notaufnahme als Alternative, um medizinische Versorgung zu erhalten.

Reaktionen und Empfehlungen

Vor dem Hintergrund der Störung rieten Fachverbände und die Gematik zu bestimmten Maßnahmen, um die Patientenversorgung so weit wie möglich zu gewährleisten. Arztpraxen wurden beispielsweise gebeten, E-Rezepte auf Papier auszudrucken, damit diese in Apotheken eingesetzt werden konnten. Apotheken wurden ebenfalls aufgefordert, auf diese Ausdrucke zurückzugreifen, um die Versorgung ihrer Kund:innen sicherzustellen.

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg betonte in einer Erklärung, dass Ärzt:innen und Apotheker:innen sich auf die digitalen Tools verlassen müssen, die durch das E-Rezept-System bereitgestellt werden. Die Kammer hob hervor, dass die Funktionalität des E-Rezept-Systems entscheidend ist, um den Praxisbetrieb reibungslos ablaufen zu lassen. Ständige Funktionsausfälle und dadurch entstehende Rückfragen von Patienten lähmen den Alltag in Arztpraxen und Apotheken.

Technische Herausforderungen

Die Störungen des E-Rezept-Systems werden oft auf technische Probleme zurückgeführt, die sich aus der Komplexität des Gesamtsystems ergeben. Laut der Gematik entstehen Störungen hauptsächlich durch Beeinträchtigungen von Einzelkomponenten oder Diensten, die von verschiedenen Anbietern betrieben werden. Diese Anbieter unterliegen strengen regulatorischen Vorgaben, insbesondere hinsichtlich Verfügbarkeit, Reaktions- und Lösungszeiten sowie Dokumentationspflichten bei Störungen.

Trotz dieser Vorgaben können Störungen in komplexeren Fällen länger dauern, bis sie vollständig behoben sind. Die Gematik betonte, dass sie sich bemüht, schnell Lösungen bereitzustellen, und dass eine gewisse Fehleranfälligkeit bisher zum Alltag bei der Einführung der digitalen Gesundheitsanwendungen gehört.

Statistik zu Störungen

Die Website der Gematik stellt eine Störungskarte bereit, die die betroffenen Städte und Regionen visualisiert. Laut den Daten, die auf dieser Plattform veröffentlicht werden, treten Störungen in der Telematikinfrastruktur (TI) nicht flächendeckend auf, sondern beeinträchtigen meist nur bestimmte Komponenten oder Dienste. Gelbe Felder in der Karte entsprechen leichten, lokalen Störungen, während rote Felder auf größere Probleme hinweisen.

In der vergangenen Woche wurden laut der Störungsmeldungen der Plattform vor allem Probleme mit dem Einlösen und dem Login gemeldet. Weitere häufige Probleme betreffen das Scannen und die Einlösung von E-Rezepten. Diese Statistiken geben einen Überblick über die Häufigkeit und Art der Störungen, die innerhalb des E-Rezept-Systems auftreten.

Unterstützung für Betroffene

Für Patient:innen, die von einer Störung betroffen sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung. Fachverbände wie die ABDA (Arzneimittel- und Wirtschafts-Akademie e.V.) rieten, in solchen Fällen um einen E-Rezept-Ausdruck zu bitten. Zudem hat die Gematik auf ihrer Website eine umfassende Beschreibung der betroffenen Prozesse veröffentlicht, um Betroffene über mögliche Alternativen zu informieren.

Ein weiterer Ansatz zur Unterstützung ist der direkte Kontakt mit dem E-Rezept-Support. Dazu ist eine Liste von häufigen Problemen sowie eine Störungskarte verfügbar, die Betroffene nutzen können, um ihre Anliegen besser zu formulieren. Zudem kann über den Twitter-Account @gematik1 Kontakt zum Support hergestellt werden.

Fazit

Die Störung des E-Rezept-Systems am Mittwochmorgen und späteren Tagen hat erneut gezeigt, wie wichtig es ist, dass digitale Gesundheitsanwendungen zuverlässig und störungsfrei funktionieren. Obwohl die Gematik und andere Fachverbände versuchen, Störungen rasch zu beheben, bleibt eine gewisse Fehleranfälligkeit unvermeidlich.

Die Erfahrungen zeigen, dass sowohl Arztpraxen als auch Apotheken und Patient:innen auf alternative Lösungen zurückgreifen müssen, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Für Betroffene ist es daher entscheidend, über Empfehlungen wie den Ausdruck von E-Rezepten informiert zu sein und bei Bedarf auf den Support zurückzugreifen.

Zudem ist es wichtig, dass die Verantwortlichen für die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiterhin an der Verbesserung der Systemstabilität arbeiten. Nur so können die Vorteile des E-Rezept-Systems – wie beispielsweise die Sicherheit, die Transparenz und die Effizienz – vollständig genutzt werden.

Quellen

  1. e-Rezept-Störung am Mittwoch beoben – Was ist passiert?
  2. Bundesweite Ausfälle beim E-Rezept
  3. Keine E-Rezepte seit 16 Uhr
  4. Probleme mit dem E-Rezept
  5. E-Rezept: Störungsmeldungen
  6. E-Rezept-Störungen sorgen für Frust in Apotheken

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