Amerikaner zählen in Deutschland zu den bekanntesten und beliebtesten Gebäcken, die in vielen Haushalten geliebt werden. Obwohl der Name vermuten lässt, dass diese Keks- oder Kuchenform aus Amerika stammt, hat der Name historisch gesehen nichts mit Nordamerika zu tun, sondern bezieht sich auf die Form, die an die Kopfbedeckungen amerikanischer Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerte. Amerikaner sind luftige, saftige Teigtaler mit einer typischen hell-dunklen Glasur. Sie sind einfach zuzubereiten und eignen sich hervorragend als Backprojekt für Kinder oder als süße Zwischenmahlzeit.
Dieser Artikel stellt ein authentisches Original Amerikaner-Rezept vor, erklärt die Unterschiede zwischen traditionellen Rezepturen mit Hirschhornsalz und moderneren Varianten mit Backpulver, gibt Tipps zur Zubereitung und Dekoration und erklärt historische und kulinarische Hintergründe, die aus den bereitgestellten Quellen hervorgehen.
Amerikaner – Ein Klassiker der deutschen Backkunst
Amerikaner sind mehr als nur ein simples Gebäck – sie vereinen Geschmack, Textur und Erinnerungen. Das Rezept, das im Folgenden vorgestellt wird, basiert auf traditionellen Backmethoden und Zutaten, die in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR verbreitet waren. Ein typisches Merkmal von Amerikanern ist die Kombination aus weichem Teig und einer Glasur, die in zwei Schichten aufgetragen wird – meist weiß und braun (Zuckerguss mit Backkakao).
Die Textur des Teigs kann variieren, je nachdem, ob Hirschhornsalz oder Backpulver verwendet wird. Hirschhornsalz, auch bekannt als Ammoniumcarbonat, war in der DDR gängig und verleiht dem Gebäck eine leicht nussige Note. Heute wird es oft durch Backpulver ersetzt, was den Teig leichter und lockerer macht. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, und es hängt vom Geschmack und der Backtradition ab, welche Version man wählt.
Die Ursprünge des Amerikaners
Der Name "Amerikaner" stammt nicht aus Nordamerika, sondern bezieht sich historisch auf die Form des Gebäcks, die an die typischen Kopfbedeckungen amerikanischer Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerte. Der ursprüngliche Name der Leckerei war "Ammonikaner", da das enthaltene Lockerungsmittel Ammonium war. Das Backtriebmittel macht sie zu einem besonderen Gebäck.
Hirschhornsalz wird chemisch hergestellt und kann unbedenklich verzehrt werden, auch wenn der Ammoniakgeruch etwas streng ist. Er verfliegt jedoch nach dem Backen schnell. Man muss sie nur nach dem Backen zügig aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter abdampfen lassen. Damit sich Hirschhornsalz im Teig besser verteilt, wird es in wenig Wasser oder Milch aufgelöst und dann dem Teig zugegeben. Wer Bedenken hat, nimmt alternativ Weinstein-Backpulver oder normales Backpulver (1/2 EL) und für den typischen Geschmack noch 1/2 EL Natron dazu.
Das Original-Rezept mit Hirschhornsalz
Das folgende Rezept basiert auf traditionellen Rezepturen, wie sie aus der DDR stammen und in mehreren Quellen beschrieben werden. Es ist ideal für Familien, die ein authentisches Backerlebnis genießen möchten.
Zutaten
- 250 g Weizenmehl
- 200 g Puderzucker
- 100 g Margarine oder Butter
- 100 g Zucker
- 2 Eier
- 1 Päckchen Vanillinzucker
- 1 Prise Salz
- 7 EL Milch
- 1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
- 5 g Hirschhornsalz (alternativ ½ EL Backpulver + ½ EL Natron)
Zubereitung – Teig zubereiten
- Schlage die zimmerwarme, weiche Margarine (oder Butter) mit einem Handrührgerät cremig, bis sie fast weiß ist, und verrühre die Eier einzeln darin.
- Füge den Zucker, Vanillezucker und die Milch hinzu und rühre alles gut an.
- Gib das Weizenmehl und das Vanille-Puddingpulver hinzu und rühre alles gut zusammen.
- Löse das Hirschhornsalz in etwas Wasser oder Milch auf und gib es dem Teig zu. Lass dich von dem unangenehmen Geruch dabei nicht stören – der verfliegt beim Backen.
- Der Teig ist fertig, sobald er homogen und cremig ist.
Backen
- Heize den Backofen auf 160 °C Umluft (180 °C Ober-/Unterhitze) vor.
- Forme aus dem Teig kleine Kugeln (ca. 5–7 cm Durchmesser) und drücke sie flach auf ein mit Backpapier belegtes Backblech.
- Backe die Amerikaner ca. 12–15 Minuten, bis die Ränder goldbraun und die Mitte noch leicht feucht aussieht.
- Nimm die Amerikaner nach dem Backen zügig aus dem Ofen und lasse sie auf einem Gitter abdampfen. Der Ammoniakgeruch verfliegt dabei rasch.
Glasur – Die Dekoration der Amerikaner
Amerikaner sind ohne Glasur bereits lecker, doch die klassische Kombination aus Zuckerguss und Schokoladenglasur macht sie zu einer wahren Backspezialität. Hier sind einige Rezepte und Tipps für die Glasur:
Zuckerglasur
Für eine extra feste Zuckerglasur vermische 200 g Puderzucker mit 2 Esslöffeln Milch oder Wasser. Streiche diese dann zügig auf die erkalteten Amerikaner auf. Lasse die Glasur gut trocknen, bevor du die Amerikaner servierst.
Schokoglasur
Die Schokoglasur muss fest sein. Hier eignet sich einfach pure Kuvertüre, egal ob Zartbitter, Vollmilch oder weiß. Sie muss erwärmt werden, ohne zu kochen und dabei gut gerührt. Nur dann bekommt sie den erwünschten Glanz. Trage sie auf und lasse das Gebäck im Kühlschrank oder auf der Fensterbank gut abkühlen, bis die Glasur hart ist.
Abwandlungen der Glasur
- Zitronenguss: Der Guss wird mit Zitronensaft angerührt, um eine fruchtige Note zu verleihen.
- Mandeln oder Haselnüsse: Füge gehackte Nüsse dem Teig hinzu oder bestreue die Amerikaner nach dem Backen mit Nüssen.
- Schokoladenguss: Verwende statt Backkakao in der Glasur eine Schokoladencreme oder einen Schokoguss.
- Farbige Glasur: Verwende Lebensmittelfarbe, um den Guss in verschiedenen Farben zu erzeugen. Dies ist besonders bei Kindern beliebt.
Amerikaner in der DDR – Ein Backkunstwerk der Nachkriegszeit
Amerikaner gehörten in den sechziger Jahren zum beliebtesten Kleingebäck. Dieses Gebäck wird mit einem festen Rührteig gebacken. Sie werden auch Sandbrötchen oder Ammonplätzchen genannt. Unser Rezept für Amerikaner ist ein zeitloser Klassiker und bis heute uneingeschränkt lecker.
Was macht das Gebäck so besonders? Amerikaner sind besonders locker und lange haltbar. Das liegt daran, dass sie mit Hirschhornsalz anstatt Backpulver gebacken werden. Gebäck mit Hirschhornsalz bleibt in einer luftdichten Dose sehr lange frisch und haltbar. Damit sind sie das ideale Gebäck für Festtage, Urlaub oder als Geschenk. Auch in der DDR war das Rezept sehr beliebt, da die Zutaten einfach zu bekommen waren.
Amerikaner mit Kindern backen – Ein Familienprojekt
Amerikaner sind nicht nur geschmacklich eine Delikatesse, sondern auch ideal für das Backen mit Kindern. Der Teig ist einfach zu kneten, die Formung ist kindgerecht und die Glasur kann kreativ gestaltet werden. Kinder helfen gern beim Backen und Dekorieren des beliebten Gebäcks. Der Fantasie beim "Maskieren" der glatten Flächen ist keine Grenze gesetzt.
Tipps für das Backen mit Kindern
- Sicherheit beachten: Achte darauf, dass Kinder nicht in die Nähe des Ofens kommen, wenn er heiß ist.
- Vorbereitung: Bereite alle Zutaten vor, damit die Kinder sich auf die Formung und Dekoration konzentrieren können.
- Kreativität fördern: Lasse die Kinder eigene Ideen einbringen – wie die Farbe der Glasur oder die Gestaltung der Dekoration.
- Fertigkeiten üben: Das Backen von Amerikanern ist eine gute Gelegenheit, erste Erfahrungen im Backen zu sammeln.
Original Amerikaner mit Hirschhornsalz gebacken – Ein Backvergleich
Amerikaner, die mit Hirschhornsalz gebacken werden, haben eine andere Textur und Geschmack als die mit Backpulver. Sie sind saftiger und haben eine leicht nussige Note, die von vielen als besonders angenehm empfunden wird. Im Gegensatz dazu sind Amerikaner mit Backpulver lockerer und leichter, aber können etwas trockener ausfallen.
Die historische Rezeptur mit Hirschhornsalz ist besonders bei Backenthusiasten beliebt, da sie eine Nostalgie vermittelt, die mit der Nachkriegszeit verbunden ist. In der DDR war das Rezept sehr verbreitet, da die Zutaten einfach zu beschaffen waren und das Gebäck lange haltbar blieb.
Die moderne Variante mit Backpulver ist hingegen einfacher und zugänglicher. Sie ist besonders bei jüngeren Generationen beliebt, da sie weniger stark riecht und sich schneller backen lässt. Beide Rezepturen haben ihre Vorzüge, und es hängt vom Geschmack und der Backtradition ab, welche Version man wählt.
Amerikaner in der heutigen Zeit – Ein zeitloser Klassiker
Amerikaner sind ein Klassiker der deutschen Backkunst, der sich sowohl in der Tradition als auch in modernen Backmethoden widerspiegelt. Das Original-Rezept mit Hirschhornsalz verleiht dem Gebäck eine besondere Note und Textur, während die Variante mit Backpulver einfacher und zugänglicher ist. Beide Rezepturen haben ihre Vorzüge, und es hängt vom Geschmack und der Backtradition ab, welche Version man wählt.
Ob als Familienprojekt oder als schnelle Zwischenmahlzeit – Amerikaner sind ein willkommenes Gebäck, das mit einfachen Zutaten und viel Liebe gebacken wird. Sie sind ideal, um Kreativität und Geschmack zu verbinden und können nach Wunsch abgewandelt werden.
Schlussfolgerung
Amerikaner sind ein zeitloser Klassiker der deutschen Backkunst. Sie vereinen Geschmack, Textur und Erinnerungen und eignen sich hervorragend als Backprojekt für Familien, Kinder oder als süße Zwischenmahlzeit. Mit traditionellen Rezepturen wie dem Original-Rezept mit Hirschhornsalz oder modernen Abwandlungen mit Backpulver können sie individuell nach Geschmack und Vorlieben gebacken werden.
Dank ihrer einfachen Zutaten und der langen Haltbarkeit sind Amerikaner auch ein praktisches Gebäck für Festtage, Urlaub oder als Geschenk. Die kreative Glasur gestaltet sie zudem zu einer optischen wie kulinarischen Freude, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ein Genuss ist.